Tourismus Malediven – wirklich eine Erfolsstory?

Wer heute Malediven Ferien bucht, der weiß ganz genau, was ihn dort erwartet: Ein herrliches einsames Resort und wunderschöne Strände, Palmen und weites blaues Meer. Gut 400.000 Verbraucher kommen Jahr für Jahr auf die Inseln – für mehr ist einfach nicht Platz zurzeit, bei einer durchschnittlichen Verweildauer der Gäste auf den Hotelinseln von zwei Wochen. Dabei wollte die Inselregierung 1972, als der Tourismus auf den Malediven begonnen hatte, nicht mal so viele Urlauber pro Jahr ins Land holen. Man wollte auf keinen Fall den Fehler machen, der zuvor auf den Balearen und später den Kanaren begannen wurde – nämlich eine Förderung des Massentourismus zulassen. Dennoch wurden in der Folgezeit immer mehr Hotels gebaut und es kamen entsprechend mehr Gäste.

 

Foto: Margit Völtz  / pixelio.de
Foto: Margit Völtz / pixelio.de

Weniger Gäste, die mehr zahlen

 

Inzwischen sieht man bei der Regierung das einstige Tourismus-Modell ein bisschen kritisch. Man will in Zukunft wieder weitaus weniger Gäste ins Land lassen, die aber mehr bezahlen sollen. Das könnte in Zukunft für einige der 87 Hotelinseln das Aus bedeuten. Damit würde man aber auch einige ausländische Investoren verprellen, die gerne weiter in den Tourismus auf den Malediven investieren würden und vor allem ihr Augenmerk auf die Monate Januar bis April setzen, dann wenn auf den Malediven Hochsaison herrscht. Aktuell gibt es auf den Hotelinseln rund 13.000 Betten. Diese sind in der Nebensaison auch bis zu 70 Prozent ausgelastet, in der Hauptsaison meist zu 90 Prozent. Doch das Signal der Regierung ist klar: Mehr Klasse als Masse, heißt das neue Motto.

 

Edles Reiseziel mit kleinen Makeln

 

Der Wille der Regierung ist dabei klar: Man will das weltweit edelste Reiseziel in der Kategorie der kleinen tropischen Inseln werden. Und hierzu gehört es eben auch, die Zahl der neuen Resorts zu beschränken. Das ist natürlich keine einfache Entscheidung, auch nicht im Hinblick auf die auf den Einheimischen-Inseln oftmals noch herrschende Armut. Die Malediven haben inzwischen als hauptsächliches Standbein den Tourismus. Nur noch wenige Einwohner der Malediven betreiben hauptberuflich Landwirtschaft oder fahren zum Fischen aufs Meer. Viele Produkte müssen inzwischen importiert werden. Und da ist noch das ungelöste Umweltproblem. Denn der Tourismus bringt Müll und Abwasser.