Thailand – mehr als Sextourismus

Der Begriff Sextourismus kam in seiner ersten Welle in Südostasien auf, als die US-Soldaten, die im Vietnamkrieg kämpften auf Fronturlaub in Thailand waren. Der Ort, an dem sich diese Art von Tourismus abspielte in den 1960er und 1970er Jahren war vor allem Pattaya. Später kam noch Bangkok hinzu. Der Grund, warum gerade Thailand ins Visier der US-Soldaten geriet war, weil der Weg nach Hause in die USA zu lang war und der Fronturlaub dazu in der Regel nicht reichte. Auch mangelte es an geeigneten Transportmitteln. In Thailand hielt man eh während des Vietnamkrieges bzw. dem Krieges in Laos und Kambodscha einen Militärstützpunkt für Versorgungsflüge. Doch schon damals erkannte man in Thailand, dass diese Art von Tourismus dem Land wohl sehr schaden könnte. Und das zurecht, denn nach dem Ende des verlorenen Krieges in Vietnam durch die US-Regierung blieben Gäste erst einmal aus. Thailand Reisen wurden auch im Rest der Welt nämlich automatisch häufig mit Thailand in Verbindung gebracht.

Foto: Katharina Wieland Müller  / pixelio.de
Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de


Gesetzlich eigentlich verboten

Der Sextourismus in Thailand wurde dabei von den Behörden geduldet. Denn offiziell war und ist Prostitution in Thailand verboten. Doch auch heute noch gibt es den Sextourismus. Doch dieser wird offiziell nicht mehr beworben. Die Frauen, die dafür engagiert werden, kommen meist aus armen Familien aus dem Norden von Thailand, wobei die Regierung seit Jahren schon versucht den Ruf des Landes zu verbessern und gegen die gesetzlich verbotene Prostitution auch vorgeht. Was Thailand gelungen ist, ist dass die Kinderprostitution zurückgegangen ist. Man erließ entsprechende Gesetze und führte Kontrollen durch. Doch dieser Bereich hat sich nun in die Nachbarländer verlagert.

Image Verbesserung

Heute tut Thailand auch alles, um das Image des Landes bzw. der Reisen dorthin zu verbessern. Und tatsächlich kommen immer mehr Familien ins Land und genießen dort vor allem das Strandleben. Doch auch viele Kulturinteressierte finden heute den Weg nach Thailand. Insbesondere hat die Regierung dafür gesorgt, dass die Touristen nicht mehr bei den vielen Prozessionen und Zeremonien ausgeschlossen werden, auch wenn sie nicht buddhistischen Glaubens sind. Die Thailänder selbst geben sich dabei recht weltoffen – insbesondere hingewandt zur westlichen Kultur. Zu verdanken ist dies vor allem Rama IV.