Schweizer Autoversicherung rassistisch?

In den Blickpunkt der Welt geriet im Jahr 2015 die Schweiz, als sie in einer Volksabstimmung beschloss künftig nicht mehr so vielen Ausländern die Einwanderung in die Alpenrepublik zu ermöglichen. Denn dann wurde die Welt auf das doch schon seit einiger Zeit – eigentlich seit Jahrzehnten – doch recht rassistische Verhalten der Schweizer aufmerksam. Und ganz schnell rückte auch ein anderes bisher wenig beachtetes Thema in den Fokus der Presse: Die Methoden, wie die Schweizer Versicherungen die Autoversicherung berechnen. Nämlich nach einem Prinzip, das schon einen gewissen rassistischen Ton hat, das aber belegt, dass Rassismus in der Schweiz an der Tagesordnung ist und für viele Schweizer inzwischen ein Thema. Kritikpunkt ist, dass Ausländer in der Schweiz höhere Prämien zahlen müssen, als die Schweizer selbst.

Foto: Andreas Hermsdorf  / pixelio.de
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Albaner zahlen mehr

Vor allem die Angehörigen aus südeuropäischen und osteuropäischen Ländern zahlen in der Schweiz höhere Prämien, als Schweizer. Österreicher und Deutsche werden indes in der Schweiz nicht so stark erhöht zur Kasse gebeten. Doch nur weil man dem Pass nach Albaner, Grieche, Italiener, Franzose, Spanier, Brite oder Kroate ist, muss man in der Schweiz tatsächlich viel höhere Versicherungsprämien für die Autoversicherung bezahlen. Doch für den Bundesrat ist das keine Form des Rassismus. Denn auch dort wurde das Thema bereits auf Antrag debattiert. Die Schuld wird dabei den Versicherungsunternehmen zugeschrieben, die verschiedene Faktoren und Wertigkeiten für die Berechnung ihrer Prämien von Autoversicherungen heranziehen.Herangezogen werden schließlich angeblich Statistiken, die offenbar dann belegen, dass die Angehörigen bestimmter Nationalitäten auf Schweizer Straßen wesentlich unsicherer fahren? Oder wie ist das zu verstehen?

Entscheidende Faktoren

Außer dem Alter des Lenkers und dem Datum der Ausstellung des Führerausweises, dem Geschlecht und den Fahrzeugdaten gehört eben auch die Herkunft des Fahrers dazu. Doch selbst Frauen mit Schweizer Angehörigkeit zahlen in ihrer Heimat mehr als die Männer. Auch hier sieht man wieder: Nicht nur Rassismus herrscht offenbar vor, sondern auch eine gewisse Art von Frauenfeindlichkeit. Man sollte dabei wissen: Frauen dürfen in der Schweiz auch erst seit 1971 in der kompletten Schweiz bei allen Abstimmungen auf allen politischen Ebenen wählen. Insgesamt zahlt ein Albaner zum Beispiel fast 50 Prozent mehr als ein Schweizer.