Bali wirbt für Urlaub

Die Balinesen hätten wohl selbst von sich aus nie damit angefangen Touristen in aller Welt zu bewerben mit der Schönheit der Insel. Das taten aber Anfang des 20. Jahrhundert die dortigen Kolonialherren, die Holländer. Allerdings vermittelte man den Europäern ein ganz falsches Bild von Bali. In den Werbeprospekten wurden nämlich nackte Mädchen dargestellt und die Menschen dort als „einfaches Volk von Eingeborenen“ bezeichnet. Die Kultur der Balinesen blieb dabei auf der Strecke, als die ersten Touristen auf die Insel kamen. Man setzte den Menschen dort regelrecht eine Maske auf und lockte die Urlauber an die herrlichen exotischen Strände. Innere Aufstände in Indonesien und die PKI verhinderten, dass Mitte des 20. Jahrhunderts nach dem Zweiten Weltkrieg nachdem die Holländer abgezogen waren, der Tourismus weiter gefördert werden konnte.

Foto: Suzi  / pixelio.de
Foto: Suzi / pixelio.de


Auf dem Weg zum Massentourismus

Erst wurden die Balinesen ihrer Kultur beraubt und dann kamen viele durch die Aufstände ums Leben. Während der Auseinandersetzungen soll es auf der Insel allein 100.000 Tote gegeben haben. Nach dem Tod des einen Diktators kam auch schon der nächste. Doch Suharto förderte die Kultur auf Bali wieder und sorgte für eine Sonderstellung der Insel, während die Zentralmacht nach Jakarta verlagert wurde. In den 1970er Jahren war die Insel aber zunächst ein Eldorado für die Hippies. Später kamen dann die Surfer und es wurden die ersten Hotels in Form von Hüttendörfern gekauft. Der Massentourismus setzte ab den 1980er Jahren ein. Heute kämpft man auf der Insel mit Umweltverschmutzung und Versorgungsengpässen, wenn das Wetter mal schlecht ist und Fähren nicht fahren können.